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Langlaufen

Skilanglauf zählt zu den gesündesten Sportarten. Der eigentliche Langlauf ist im Unterschied zum gemächlicheren Skiwandern eine körperliche Hochleistung. Trainingseffekt: Er wird von vielen unterschätzt, die den Nordischen Skisport nicht ausüben. Für Risiko-Management, Unfallverhütung und maximalen Spaß gibt es dazu einige Tipps der Bergrettung.


Skilanglauf ist bei sportlichem Tempo in abwechslungsreichem Gelände - auf gewachsten (Renn)Ski (klassischer Stil oder Skating) - anstrengender als klassisches Skitourengehen im Hochgebirge und bietet laut Sportmedizin noch mehr Trainingspotenzial für Herz und Kreislauf.

Das Bewegungsmuster ist beim Skilanglauf UND beim Skiwandern schonend bzw. stärkend für Gelenke und für eine bereits geschädigte Wirbelsäule günstig. 

Vorsicht: Untrainierte, stark Erkältete bzw. Herz- und Grippe-Kranke sollten nicht auf die Loipe! Dauerhafte Schäden am Herzmuskel drohen. Stimmen Sie Distanzen und planbare Zeiten auf den Zustand von Herz, Kreislauf, Wirbelsäule und Gelenken bzw. das Körpergewicht ab. Bereiten Sie sich schon in Sommer und Herbst durch ausgiebiges Gehen oder Lauftrainig vor. Bei gesundheitlichen Problemen: Arzt konsultieren und von diesem/dieser persönliche Freigabe erwirken.

  • Kleine Planung vor Aufbruch: Machen Sie auch beim Langlaufen eine kleine Tourenplanung samt Abschätzung der benötigten Zeit für Ihre geplanten Distanz(en). Starten Sie immer so, dass Sie nicht in die Dunkelheit geraten.

  • Beachten Sie Wetterbericht und Lawinenwarndienst für Ihre Region. Seien Sie wachsam und defensiv, wenn Warnstufe 3 überschritten wird. Meiden Sie in diesem Fall Bereiche von Loipen, die direkt unter Steilhängen und Steilrinnen verlaufen; Details dazu siehe ganz unten ....

  • Unnötige Suchaktionen vermeiden! Geben Sie Verwandten, Bekannten bzw. Quartiergebern bekannt, auf welcher Loipe, in welcher Richtung und auf welcher Distanz Sie unterwegs sein wollen. Wichtig: Zeitpunkt der geplanten Rückkehr auch mitteilen; immer in Abstand zum Einbruch der Dunkelheit (Deadline im Hochwinter: 16.00 Uhr).

  • Immer atmungsaktive Kleidung aus entsprechenden Kunststoffen oder dünner Angora- bzw. Schafwolle. Im Sportfachhandel gibt es vielerlei erstklassige Produkte verschiedenster Hersteller.

  • Lebenswichtig für Kälte, Wind und Nässe: KEINE BAUMWOLLWÄSCHE BEI FREIZEIT- UND BERGSPORT! Diese schwitzt schnell durch und erstarrt dann zu Eisklumpen. Baumwolle erhöht bei Sturm die Lebensgefahr! Nie zu dicke Kleidung. Skilanglauf und Skiwandern erzeugt genügend Wärme, so lange man sich bewegt!

  • Windverhältnisse beachten und einplanen: Strömende Luft (Wind) verstärkt das Kältegefühl auf der Haut. Je nach Windgeschwindigkeit kann Kälte von minus zehn Grad Celsius bei Wind einen Effekt von 30 Grad unter Null oder noch geringeren Temperaturen erzeugen. Windschutz im Winter für nackte Haut (Gesicht, Finger ...) ist äußerst wichtig und kann durch gute Textilien sowie Cremes verbessert werden. Dazu kommt, dass sich die Zeiten beim Skilanglauf stark verlängern können, wenn man Gegenwind zu bewältigen hat!

Auch unter relativ dünner und guter Sportkleidung können sich bei Wind Unterkühlungen und leichte Erfrierungen einstellen, Genitalbereich bei Männern ist bei sportlicher Anstrengung schlechter durchblutet und besonders exponiert. Manche Spitzenläufer benutzen hier eine Socke in der Unterhose als Schutz. Dieses Problem wird oft belächelt, ist aber nicht selten brisant.

- Wohin mit dem Zeug für unterwegs?
Nehmen Sie eine der im Handel erhältlichen, sehr handlichen Hüfttaschen mit auf die Loipe; Rucksäcke eher nicht, diese stören bei diesem Sport. 

  • NOTAUSRÜSTUNG: Mobiltelefon (Alpiner Notruf: 140), kleine Stirnlampe mit Leuchtdioden (keine Glühbirnen),  kleines Verbandszeug, leichte, wind- und wasserdichte Jacke, Leibchen zum Wechseln mit langem Armen, beides atmungsaktiv. Müsliriegel, ev. kleine Thermosflasche mit gezuckertem Tee.

Wer noch Platz hat: ein dünner Biwaksack pro Gruppe bei längeren Touren. Damit lassen sich Verletzte oder Erschöpfte gut vor Wind und Wetter schützen, bis Rettungskräfte eintreffen.

Loipen im Einflussbereich alpiner Gefahren

Beide Sportarten werden in verschiedenen Spielformen zumeist im gesicherten und gespurten Loipengelände betrieben. Die Seehöhe und Topografien solcher Loipen können je nach Region und Schneelage sehr unterschiedlich sein. Die Palette reicht von tief verschneiten Wald- und Seengebieten bis hinauf in baumlose und bei entsprechendem Wetter arktisch kalten bis sturmgepeitschten Hochregionen.

Generell gilt: Auch Skilangläufer und Skiwanderer sollten auf alpine Gefahren vorbereitet sein und sich nicht nur auf allgemeine Informationen aus Tourismusverbänden oder örtlichen Unterkünften verlassen.

Dem Wissen und Gefühlen vertrauen! 
Für Langlauftouren in Hochregionen ab 1.600 Metern Seehöhe bzw. oberhalb der Waldgrenze (zum Beispiel auf der landschaftlich einzigartigen und sehr alpinen Loipe ins Älpele-Seitental bei Lech am Arlberg, die Routen in Sportgastein, im Südtiroler Schnalstal oder bei Ruhpolding, wo es sogar in der bayerischen Voralpenregion einige Lawinenbereiche gibt ): Grundlegende Kenntnisse über Tourenplanung, Wetterkunde, Training, Methodik, Schutz vor Überanstrengung, Unterkühlung und Erste Hilfe sollte vorhanden sein. Dazu kommt Basiswissen, um möglicher Lawinengefahr zu entgehen.

Ab Warnstufe 3 sollten auch Skilangläufer und Skiwanderer überprüfen, ob ihr Langlaufgebiet eventuell an Steilhängen oder Rinnen vorbeiführt, wo sich weiter oben durch Selbstauslösung oder andere Wintersportler  so manches Schneebrett oder sogar eine Staublawine lösen könnte. Bei Warnstufe 4 sollte man sich nur in Talbereichen bewegen, die sehr weit von Steilhängen entfernt sind.